Geschichte der Feuerwehr Stang

Die Freiwillige Feuerwehr Stang wurde im Jahre 1913 gegründet. Die konstituierende Versammlung fand am 11. Juli 1913 statt. Der Bürgermeister von Stang, Herr Johann Höller, konnte den Obmann des Bezirksfeuerwehrverbandes Kirchschlag, Herrn Handler aus Wiesmath, sowie 16 Mann begrüßen.
 Die Wahl ergab folgendes Ergebnis:

Hauptmann: Thomas Pichler (13)
 Hauptmannstellvertreter: Josef Rinzner (31)
 Schriftführer und Kassier: Alois Schwarz (15)
 Steigerzugführer: Alois Schwarz (15)
 Spritzenzugführer: Josef Vollnhofer (12)

Weitere Ausschussmitglieder: Florian Schwarz (17), Gottlieb Holzbauer (21), Johann Vollnhofer (34)

1913 wurde das erste Gerätehaus (das jetzige alte Feuerwehrhaus – Müllsammelstelle) erbaut.    Ebenso wurde die erste pferdebespannte Spritze angeschafft. Im Gründungsjahr erzielte die neugegründete Wehr Einnahmen von 1921 Kronen und 40 Heller, Ausgaben von 3021 Kronen und 40 Heller; somit war ein Schuldenstand von 1100 Kronen vorhanden, die der Hauptmann vorstreckte.
 Gegründet wurde auch eine Feuerwehrmusik, die bei den festlichen Anlässen der Feuerwehr die musikalische Gestaltung besorgte, sie spielte jedoch auch bei diversen Unterhaltungen in der Umgebung zum Tanz auf.

Am 28. Juni 1914 wurde das 1. Gründungsfest mit der Weihe des Spritzenhauses und der Spritze abgehalten.

         Festprogramm des 1.Gründungsfestes am 28. Juni 1914

     		5 Uhr		Weckruf
            ½ 8 – ¾ 9 Uhr 		Empfang des Obmannes
         				des Bezirksfeuerwehrverbandes
                ¾ 9 – 9 Uhr		Uhr Empfang der hochw. Geistlichkeit
                         9 Uhr 		Feldmesse zelebriert von
         				Hochw. Herrn Johann Nimmerrichter 
        				Musik: Feuerwehrkapelle Stang
         				Ansprache
         				Spritzenhaus und Spritzenweihe
                        12 Uhr 		Gemeinsames Mittagessen
         				Tafelmusik
                    1 – 3 Uhr 		Ausübung des Juxbasars
                          3 Uhr 		Übung der FF Stang
                      ¾ 4 Uhr 		Defilierung der Feuerwehren
         				vor dem Bezirksobmann
         				Festzug durch den Ort
 	            4 Uhr 		Tanzkränzchen

 

In den nächsten Jahren waren die Vervollständigung der Uniformen und der Ausrüstung sowie die Abzahlung der Schulden die vorrangigsten Ziele.

Am 9. Juli 1922 übernahm Josef Vollnhofer (12) das Amt des Hauptmannes. Ihm folgte am 19. 4. 1928 Jakob Pichler (14) in dieses verantwortungsvolle Amt, das er bis zum Jahre 1954 innehatte. In seiner langen Amtszeit war er auch im Bezirksfeuerwehrverband Kirchschlag als Bezirksfeuerwehrrat tätig.

Im Jahre 1932 konnte sogar die erste Motorspritze von der Firma Rosenbauer angeschafft werden.

In den Kriegsjahren waren – da die Männer einrücken mussten – bald keine Feuerwehrmänner mehr zur Verfügung. In dieser Zeit übernahmen die Frauen die Aufgaben der Feuerwehr. Es bestand in den Kriegsjahren in Stang eine „Frauenfeuerwehr“.

Mitglieder waren:

Gamperl (Knöbel) Barbara – Gruppenführerin
Beisteiner (Edelhofer) Helene
Beisteiner (Seinitz) Rosa
Doppler (Doppler)Anna
Gamperl (Filz) Rosa
Glatz (Grill) Maria
Höller (Haiden) Johanna
Pichler (Schwarz) Hedwig
Pürrer (Vollnhofer) Hedwig
Pürrer (Bredl) Käthe
Rasner (Schwarz) Maria
Schwarz (Vollnhofer) Anna
Vollnhofer (Pratscher) Anna
Ziggerhofer Maria

Diese Gruppe nahm auch an einem Wettkampf teil, bei dem sie einen Preis erringen konnte.

Durch die Kriegswirren hatte die Ausrüstung der Feuerwehr stark gelitten. Die Motorspritze, der Stolz der Feuerwehr, wurde von den Russen mitgenommen.

Sofort nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde wieder am Aufbau der Feuerwehr gearbeitet.     Jakob Pichler wurde 1946 wieder zu ihrem Kommandanten gewählt. In diesem Jahr konnte auch wieder eine Motorspritze angeschafft werden. Die dazu notwendigen Mittel wurden teilweise durch eine Sammlung, die S 4.288,50 ergab, aufgebracht.

Im Jahr 1954 wurde Josef Schwarz (26) zum Hauptmann gewählt. 1957wurde in Stang der Bezirksverbandstag abgehalten.
1959 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger angeschafft, der an einem Traktor angespannt werden konnte. Damit konnte man erstmals „motorisiert“ zu den Einsätzen ausrücken.

Am 28. 1. 1962 übernahm Karl Vollnhofer (12) das Amt des Feuerwehrkommandanten. Im Jahr 1963 konnte eine Motorspritze „Gugg“ angeschafft werden. In diesem Jahre wurde auch das 50jährige Gründungsfest verbunden mit dem Bezirksverbandstag des Bezirksfeuerwehrverbandes Kirchschlag gefeiert.

Im Jahre 1969 wurde die erste Wettkampfgruppe aufgestellt.

Bei der Mitgliederversammlung am 28. 1. 1971 wurde Franz Schwarz (20) zum Kommandanten der FF Stang gewählt.

1973 wurde das 60 Jährige Gründungsfest mit Maibaumumschnitt am Sportplatz in Stang gefeiert. Bei dieser Feier konnte das erste Feuerwehrauto in der Geschichte der Stanger Feuerwehr - ein gebrauchter VW Bus – seiner Bestimmung übergeben werden.

Im Jahre 1978 fand das 1. Stanger Feuerwehrfest statt. Damit wurde der Grundstein für eine Verbesserung der Ausrüstung bewirkt.

Im Jahre 1980 wurde der VW Bus durch ein geländegängiges Allradfahrzeug Marke „Landrover“ ersetzt.

Am 4. 1. 1981 wurde Gottfried Hofleitner zum neuen Kommandanten gewählt. 1982 konnte das Feuerwehrauto mit einem Sprechfunkgerät ausgerüstet werden. Im Jahre 1983wurden die ersten Atemschutzgeräte angeschafft.

Zwischen 1984 und 1987 wurde das neue Feuersehrhaus errichtet. Dieser Bau wurde durch einen Grundtausch der Agrargemeinschaft Stang mit der Grundeigentümerin Frau Irene Braunmüller ermöglicht. Die nötigen Mittel wurden durch die Großzügige Unterstützung der Bewohner von Stang und durch die Marktgemeinde Kirchschlag aufgebracht.

1987 konnte der Fuhrpark um ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug 1000 Opel Blitz erweitert werden.
Das neue Feuerwehrhaus und TLF 1000wurden am 3. Mai 1987 gesegnet.

Am 4. Juni 1988 fanden in Stang die Abschnittsleistungsbewerbe des Feuerwehrabschnittes Kirchschlag und der Abschnittsfeuerwehrtag statt.

Seit 1990 in Stang das letzte Gasthaus geschlossen hat, führt die Feuerwehr den Traditionellen Kirtag am Pfingstmontag durch.

Am 13. 1. 1991 wurde Karl Vollnhofer (12) zum 8. Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Stang gewählt.

Im Jahre 1992 wurde der Beschluss zum Ankauf eines neuen modernen Löschfahrzeuges        Mercedes 310 - Allrad mit Untersetzungsgetriebe gefasst und der alte Landrover verkauft.

Weiters wird im Jahre 1993 der Ausbau des Dachgeschosses des Feuerwehrhauses für Schulungs- und Versammlungsräume abgeschlossen.

1993 erfolgte der Anschluss an die Sirenenfernsteuerung des Bezirkes Wr. Neustadt, damit wird die Feuerwehr mit der Notrufnummer 122 erreichbar.

Im Jahre 1996 wurde vom Roten Kreuz Kirchschlag ein gebrauchtes Rettungsfahrzeug angeschafft, das als Mannschaftstransportfahrzeug eingesetzt wird.

Im Jahr 2001 wurde Josef Pürrer (5) zum 9. Kommandanten der FF Stang gewählt.

Im Jahre 2002 wurde ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug (Steyr TLF 2000) angekauft, welches den in die Jahre gekommenen OPEL Blitz TLF 1000 ablöste.

Im Jahr 2006 wurde Schwarz Manfred (10) zum 10. Kommandanten der FF Stang gewählt.